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Ein Mann für ein gewisses Lied - Pa´Singers lassen die 20er aufleben

(Münchner Merkur)

Dreizehn Hüften schwingen im Takt, Hütchen wippen, Boas flattern. Wieder einmal lassen die PaSingers die 20er Jahre aufleben. Der fesche Damenchor war eine der ersten Attraktionen auf dem Tollwood-Festival.

Die verschmitzten Damen aus Pasing haben sich vor zehn Jahren aus Spaß zum Singen zusammengetan. Zuerst luden sie fleißig zum Mitmachen ein. Als ihre Zahl auf 18 angewachsen war, verstanden sie sich als feste Gruppe. Inzwischen ist ihr nostalgischer, zweideutiger Witz bei vielen Kleinkunstveranstaltungen beliebt....

 

Das waren noch Zeiten

Pa´Singers lassen die 30er Jahre wieder aufleben

(Münchner Merkur)
von Martin Bischof

Pasing - "Veronika, der Lenz ist da!" Zeigt sich der Frühling derzeit eher von seiner frostigen Seite, ist es zumindest am Freitagabend im Pasinger Prinzregent Garten heiß hergegangen. Mit einer glamourösen Revueshow entführte der Damenchor Die Pa´Singers sein Publikum in die Zeit der Goldenen Twenties und 30er Jahre. Echtes nostalgisches Flair gewann das Ganze durch die phantasievollen Kreationen der schillernden Originalkostüme, samt Glitzerkleid, Fuchsstola und Netzhütchen.
Seit ungefähr zehn Jahren gibt es Die Pa´Singers schon. Mit Auftritten im Gasteig, Tollwood, Wirtshaus zum Isartal und Alte Brauerei Stegen sind die passionierten Sängerinnen in der Kleinkunstszene auch längst kein Geheimtip mehr. Begleitet von einem originell musizierenden kleinen Instrumentalensemble aus Klavier, Saxophon und Geige, erhielt der frivole Satzgesang beschwingte Unterstützung. Im brechend vollen Saal schafften es die 13 Damen mit Leichtigkeit die Stimmung anzukurbeln. Das Publikum begeisterte sich an den Texten und summte zu bekannten Ohrwürmern wie "Ich wollt, ich wär´ein Huhn", "Oh, Donna Clara", "Mein kleiner grüner Kaktus" oder "Was kann der Siegesmund dafür, dass er so schön ist". Die alten Melodien, wieder im Ohr bemerkte auch ein begeisterter Gast: "Das waren noch Zeiten."
Die Bühne in schummriges Rotlicht getaucht, wechselte der Damenchor mit "Nur nicht aus Liebe weinen" zu einem erotischen Programmblock. Mit "Kuck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin" musste der aus Laim eingekaufte Geiger auf der Bühne sein argentinisches Temperament beweisen, während in "Leila, küsse mich und quäle mich" Leilas schlank gebauten Glieder gepriesen wurden. Für Lachmuskeltraining sorgte eine schwäbische Vorsängerin mit ihrer dialektischen Exkursion bei "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt". Eine ungewollt komödiantische Einlage, sorgte für einen brüllenden Knalleffekt beim Publikum. In ihrer Aufregung, bemerkte eine Vorsängerin nicht, dass sie, anstatt in ein Mikrofon zu singen, die Rose in ihrer Hand zu diesem Zweck entfremdete. Hätte einstudiert sein können, doch war die Dame sichtlich verdutzt, als ihr eine Kollegin dann ein Mikrofon hinhielt und so das Missgeschick aufklärte.

 

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